Deutsche CEOs sind Manager, amerikanische CEOs sind Unternehmer

Deutsche CEOs sind Manager, amerikanische CEOs sind Unternehmer

Deutsche CEOs sind Manager, amerikanische CEOs sind Unternehmer

Ein Beitrag in der Wirtschaftswoche vom 25.05.2016

Kerstin Dämon – Redakteurin – WirtschaftsWoche Online
kerstin.daemon@wiwo.de

Eine Managementberatung hat die Lebensläufe internationaler CEOs untersucht – Studium, Jobs, Titel. Ergebnis: Die Dax-Chefs haben sich im Unternehmen hochgedient. In den USA sind CEOs dagegen oft Gründer.

Deutsche CEOs sind Manager, amerikanische CEOs sind Unternehmer

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Was haben Stephen Kaufer, Elon Musk, Howard Schultz, Larry Page, Jeff Bezos und Rupert Murdoch gemeinsam? Vom offensichtlichen – US-Amerikaner, männlich, weiß – einmal abgesehen, vor allem dieses: Sie hatten eine Idee, an die sie geglaubt haben, sie hatten den Mut, aus dieser Idee ein Unternehmen zu machen – und sie sind damit steinreich geworden.

Chefs von US-Konzernen, die weltweit aktiv und erfolgreich sind, haben ihr Unternehmen in sehr vielen Fällen auch gegründet und tragen das volle unternehmerische Risiko. Das ist das Ergebnis der Studie. Dax-Chefs haben dagegen Jura, BWL oder Ingenieurswesen studiert und sich in bestehenden Unternehmen hochgearbeitet. „Wer heute CEO eines gelisteten Großunternehmens ist, der hat seine Karriere in der Linie und im Anschluss im angestellten Management verbracht“, bestätigt Hubertus Graf Douglas, Geschäftsführer von Korn Ferry in Deutschland.

Stephen Kaufer hob das größte Reiseportal der Welt aus der Taufe. Das Vermögen des Tripadvisor-Gründers wird auf gut 39 Millionen Dollar geschätzt. Tesla- und SpaceX-Erfinder und Gründer Elon Musk kommt Dank seiner Ideen und seines Mutes auf circa 12,7 Milliarden Dollar, Medienmogul Rupert Murdoch ist rund 11,9 Milliarden Dollar schwer. Gegen ihn sowie Google-Gründer Page und Amazon-Erfinder Bezos ist der Startbucks-Gründer Schultz mit seinen 2,9 Milliarden ein armer Schlucker.

Karrieren wie ihre ziehen sich durch die amerikanische Wirtschaft, wie eine Studie der Executive-Search- und Talent-Management-Beratung Korn Ferry zeigt, die der WirtschaftsWoche exklusiv vorliegt. Die Berater haben die Lebensläufe der Chefs aller im Nasdaq, im DowJones und im Dax gelisteten Unternehmen unter die Lupe genommen.

Nur zwei Dax-Chefs haben je ein Unternehmen gegründet und geführt: Noch-Adidas-Chef Herbert Hainer eröffnete nach dem Studium eine Bar, die er mit Gewinn verkaufte, bevor er Manager wurde, SAP-Chef Bill McDermott gründete mit 17 Jahren ein Delikatessengeschäft. Ein größeres Unternehmen hat jedoch keiner der heutigen Konzernlenker selbst aufgebaut.

Das sagt eine ganze Menge über die Mentalität in Deutschland und den USA: Jenseits des Teichs ist man Macher, hierzulande Manager.

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